Die neue F-Gase-Verordnung (EU) 517/2014 trat in allen Ländern der Europäischen Union am 1. Januar 2015 in Kraft. Sie ersetzte die alte Verordnung (EU) 842/2006. Wie alle europäischen Verordnungen muss sie in allen Mitgliedstaaten direkt umgesetzt werden. Ohne die gesamte Verordnung im Detail zu betrachten, konzentrieren wir uns auf den Teil, der sich mit dem hermetischen Einschluss der Kältemittel befasst. Um diese Verordnung zu verstehen, muss man wissen, dass sie sich nicht mehr auf die Kältemittelmenge der Kälteanlage bezieht, sondern auf die Menge CO2 -Äquivalent. Alle Kältemittel haben ein CO2-Äquivalent oder Treibhauspotenzial (GWP).
 

WELCHE ANLAGEN SIND VON DIESER BESCHREIBUNG BETROFFEN ?

Die gewerblichen und industriellen Kälteanlagen sind in den Punkten 4.2.a) bis d) der neuen F-Gase-Verordnung beschrieben und betreffen alle ortsfesten Kälteanlagen, Klimaanlagen, Wärmepumpen und Brandschutzeinrichtungen.

FÜR WELCHE ANLAGEN GELTEN DIESE DICHTHEITSKONTROLLEN UND WIE OFT MÜSSEN SIE DURCHGEFÜHRT WERDEN?

Die Häufigkeit der Dichtheitskontrollen wird in Artikel 4 der neuen F-Gase-Verordnung je nach Tonnen CO 2-Äquivalent definiert, die in der Kälteanlage enthalten sind.

 

MENGE CO2-ÄQUIVALENT MENGE CO2-ÄQUIVALENT HÄUFIGKEIT DER KONTROLLEN VERPFLICHTUNG
      Verpflichtung zum Einbau einer Leckage-Erkennung (Artikel 5)
von bis Mögliche Senkung der Häufigkeit auf die Hälfte Betrifft Artikel 4.2.a) bis d)
> = 5 Tonnen CO2-Äquivalent < 50 Tonnen CO2-Äquivalent 1-mal/Jahr Nein
> = 50 Tonnen CO2-Äquivalent < 500 Tonnen CO2-Äquivalent 2-mal/Jahr Nein
> = 500 Tonnen CO2-Äquivalent   4-mal/Jahr Ja

 

WIE WIRD DAS CO 2-ÄQUIVALENT DER ANLAGE ERMITTELT?

Man muss nur den Kältemitteltyp der Anlage und dessen GWP und die Menge (kg) kennen. Die Rechnung ist einfach: Die Menge des Kältemittels wird mit seinem GWP multipliziert, um das CO2-Äquivalent in kg zu erhalten.
Beispiel : 128 kg R404A mit einem GWP von 3922 > 128 kg x 3922 = 502 016 kg oder ca. 500 Tonnen CO2-Äquivalent.

WIE WERDEN DIE DICHTHEITSKONTROLLEN DURCHGEFÜHRT ?

Die Verordnung (EU) 517/2014 ebenso wie die alte Verordnung (EU) 842/2006 definieren die Methoden für die Durchführung der Dichtheitskontrollen nicht, die in einer anderen europäischen Verordnung – Nr. 1516/2007 – beschrieben werden. Diese Verordnung wurde durch die neue F-Gase-Verordnung (Artikel 26) nicht außer Kraft gesetzt und definiert weiterhin die Methoden der Dichtheitskontrollen.

 

ES GIBT ZWEI ARTEN VON METHODEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG VON DICHTHEITSKONTROLLEN


Die Methoden der direkten Messung (Artikel 6) bestehen aus einer der folgenden Optionen :
a) Manuelle Suche einer Leckage in allen Komponenten der Kälteanlage mithilfe eines Gasdetektors (zurzeit die am häufigsten verwendete Methode).
b) Suche einer Leckage mithilfe eines UV-Detektors nach Befüllen der Anlage mit Flüssigkeit.
c) Suche einer Leckage mittels Besprühen der gesamten Anlage mit einer Schaumlösung.


Die Methoden a) bis c) erfordern die Inspektion der gesamten Anlage, was viel Zeit in Anspruch nimmt, auch für die Entleerung der Vitrinen.


Die Methoden der indirekten Messung (Artikel 7) bestehen aus:


• Analyse einer Reihe von Parametern (Druck, Temperatur, Volumenstrom, Flüssigkeitsstand usw.), die es ermöglichen festzustellen, dass die Anlage nicht mehr dicht ist.


Die IFA verwendet diese indirekte Messmethode automatisch zur Durchführung der Dichtheitskontrollen.

VERPFLICHTUNGEN DER VERORDNUNG

WANN KANN DIE HÄUFIGKEIT DER DICHTHEITSKONTROLLEN GESENKT WERDEN ?
Die Häufigkeit ergibt sich aus Artikel 4 der F-Gase-Verordnung (siehe Tabelle 1), kann aber auf die Hälfte gesenkt werden, wenn ein Detektor eingebaut wird.

ACHTUNG: Der Umgebungsdetektor im Maschinenraum ermöglicht nur die Senkung der Kontrollhäufigkeit im Maschinenraum und nur dann, wenn dieser hermetisch abgeschlossen ist. Die IFA in ihrer Rolle als Leckagedetektor ermöglicht es, die Kontrollen der gesamten Anlage auf die Hälfte zu senken, da sie sie zur Gänze überwacht, aber nur wenn die kontinuierliche Kontrolle mittels einer direkten Messmethode erfolgt. Da aber die IFA installiert ist, erfolgt die Dichtheitskontrolle ebenso über die IFA mittels indirekten Messmethoden, sodass es schade wäre, das nicht zu nutzen.

Mit der IFA sind manuelle Suchen für die Durchführung von Dichtheitskontrollen nicht mehr erforderlich.

ACHTUNG : Wenn die IFA eine Leckage erkennt, muss sie gefunden werden (Artikel 3.3, siehe im Folgenden).

WER MUSS EINEN LECKAGEDETEKTOR INSTALLIEREN ?
Die neue F-Gase-Verordnung (EU) 517/2014 verpflichtet in Artikel 5.1, in allen Anlagen mit einem CO2-Äquivalent ab 500 Tonnen (d. h. bspw. 128 kg R404A) einen Leckagedetektor zu installieren, der es ermöglicht, bei Leckagen dem Betreiber oder dem Wartungsunternehmen Alarm zu geben.

ACHTUNG : Bei Mehrstationsanlagen wie in Großverkaufsflächen erfüllt der Umgebungsdetektor diese Verpflichtung nicht, da er eine Leckage außerhalb des Maschinenraums nicht erkennen kann.

Die IFA erfüllt auch diese Verpflichtung der Verordnung.

WANN MUSS EINE LECKAGE GESUCHT WERDEN ?
Die F-Gase-Verordnung besagt in Artikel 3.3: „Wird eine Leckage fluorierter Treibhausgase entdeckt, stellt der Betreiber sicher, dass die Einrichtung unverzüglich repariert wird. Jedes Land muss definieren, was unter „unverzüglich_ zu verstehen ist!